Künstlerfamilie Glathe- Did is Berlin !



Berlin 1920- Warum Urgroßvater Theo rote Farbe verschüttet


Reichstag-Ausschnitt- Dieter W.Glathe
Reichstag-Ausschnitt- Dieter W.Glathe

An einem  Frühlingstag klemmt Urgroßvater Theo seine Staffelei und Pinsel unter den Arm und steigt in die Stadtbahn. Vom S-Bahnhof Friedrichstrasse sind es nur ein paar Minuten bis zum  Reichstag. Hier breitet er seine Malutensilien aus. Theo ist seiner Heimatstadt Berlin bodenständig- künstlerisch verbunden und hat schon an vielen Orten im Kiez gemalt.
  "So, nun wolln wa mal “, murmelt er vor sich hin und blickt auf das Gebäude. Erst vor kurzem hat dort am Fenster der SPD Politiker Scheidemann die Republik ausgerufen. Theo findet „did richig jut„. In Erinnerung an diesen historischen Augenblick tunkt er den Pinsel in einen Topf rote Farbe, doch schwupps, der böige Berliner Ostwind wirbelt den Topf mit roten Fabspritzern über das Kopfsteinpflaster, schreckt die frechen Berliner Spatzen auf und pendelt kurz vor den Treppenstufen zum Reichstag aus. Theo läuft hinterher. Es ist eine bewegte Zeit, dieses Berlin der 20 erJahre….


Berlin 1971- Was Onkel Peter im Reichstag bewegte



Peter Groß betrachtet mit Freude die neue Ausstellung „Fragen an die Deutsche Geschichte“. Er ist der Ausstellungsarchitekt und hat diese völlig neue Art, Geschichte und Politik zu präsentieren, entworfen. Seinen Einfallsreichtum und seine Kreativität hat er von seiner Mutter geerbt. „Muttern“ war in zweiter Ehe mit Theo Glathe verheiratet, künstlerischer Sinn liegt also in der Familie. Onkel Peter blickt aus einem der hohen Fenster, gleich neben dem Reichstag läuft die Mauer entlang. Es war mutig in dieser Berliner Randlage solch eine Ausstellung aufzubauen. Morgen wird sie eröffnet und Peter hofft auf viele interessierte Besucher. Es ist noch kühl in den leeren Gänge… ob er die Neugier der Berliner wecken und den „Sandsteinklotz im Niemandsland“ zum Leben erwecken kann? ….Er kann es ...
https://www.geschichte.hu-berlin.de/de/bereiche-und-lehrstuehle/wissenschaftsgeschichte/aktuelles/daten-fuer-aktuelles/alle-steckbriefe-ausstellungsband-richtige.pdf


Berlin 1995- Wie Künstler Dieter den Reichstag verhüllte


Reichstag-Ausschnitt-Dieter-W.Glathe
Reichstag-Ausschnitt-Dieter-W.Glathe

„ Mann, did sieht klasse aus!“ Künstler Dieter steht mit seiner Frau staunend vor dem verhüllten Reichstag. Die Leute flanieren um die riesige Statue aus Silberfolie und Schnüren und Dieter fährt voller Inspirationen in sein Atelier in den Berliner Süden.
Dort entsteht seine erste Reichstags-Collage, auf der auch der verhüllte Reichstag zu sehen ist. Er malt gerne Collagen, seine künstlerischen Zusammenstellungen von Berliner Sehenswürdigkeiten in verschiedenen Epochen. Das hat er von seinem Großvater Theo geerbt, der ja auch so viel in der Stadt unterwegs war. Schade, dass Theos Kunstwerke in den Flammen des Weltkriegs aufgegangen sind. Dieter würde sehr gerne mehr über Opa wissen. Aber mit seiner Tochter Sabine kann er auch über Kunst plaudern. Gleich kommt sie zu Kaffee und Kuchen im Atelier vorbei und kann „Vatern“ beim Zeichnen von schwierigen Perspektiven über die Schulter schauen…


Berlin 2014- Wer Künstlerin Sabine über die Schulter schaut


Goldener Herbst am Reichstag-Sabine Glathe
Goldener Herbst am Reichstag-Sabine Glathe

An einem goldener Herbsttag schlendert Künstlerin Sabine lächelnd an der Spree entlang. Sie liebt Ihre Heimatstadt und spürt diese besondere Atmosphäre von Freiheit und Kreativität besonders an diesem schönen Tag.“Ick bin Berlinerin!“ Klar, seit drei Künstler-Generationen sind sie nun schon in dieser besonderen Stadt. Zwischen Reichstag und Paul-Löbe-Haus fällt Ihr Blick auf ockerfarbene Bäume mit rötlich-warmen Herbstlaub. Ein Traum! Gut, dass Sabine ihren Aquarellblock und Farben dabei hat. Ein luftig leichtes Aquarell entsteht vorort. Sie vergisst die Zeit, ist völlig eingenommen von ihrem Motiv und auf einmal ist es, als wenn ihr jemand über die Schulter schaut…ein leichter Windhauch, ein lächelnder Mann in Kleidern der 20 er Jahre…Theo?...und klappert da nicht was an den Stufen zum Reichstag  ;-)?


Berlin 2015- Warum Künstler-Mutter Helga Stullen schmiert


Reichstag- Sabine Glathe
Reichstag- Sabine Glathe

„Na, wir fahren doch in die Stadt, did dauert ‘n bisschen. Da ist es jut, wat zu essen dabei zu haben“. Von Dieters Atelier im Süden Berlins geht’s mit der Stadtbahn bis zum Reichstag.Dauert immerhin knapp 45 Minuten. Dort sind sie mit Tochter Sabine verabredet. Der Reichstag mit Künstlerfamilie soll als Foto-Motiv dienen. Dieses Gebäude begleitet sie nun schon so lange. Die Stimmung am  warmen Sommertag ist entspannt und lustig und bald breitet Helga die karierte Picknickdecke aus. Mit Blick auf diese spektakuläre Skyline mampft die Familie die Stullen und lässt sich inspirieren.


Berlin 2016- Wie sich Cousine Odile in Berlin inspirieren lässt


Reichstagskuppel-Dieter W. Glathe
Reichstagskuppel-Dieter W. Glathe

Der französische Teil der Familie ist nach Berlin gereist. Cousine Odile und Cousin Alain lassen den Blick durch das Entrée des Reichstagsgebäudes schweifen. Gleich geht’s rauf, mit dem Fahrstuhl zur Kuppel. Odile verkörpert den aufgeschlossenen französischen Geist der Familie. Sie ist sehr schick gekleidet und trägt heute einen großen Hut, um die zarte französische Haut vor der ruppigen Berliner Sonne zu schützen. In Frankreich ist sie als Schmuck-Designerin nördlich von Paris kreativ. Die silberne, gedrehte Kuppel vor knallblauem Berliner Himmel hat es ihr angetan. In dieser Form wird sie ihre neue Ohrring– Kollektion gestalten. Sie schlendert langsam in der Kuppel aufwärts, schaut über die Skyline Berlins. Es bleiben bewegte Zeiten, in Berlin und Paris mit hoffentlich weiterhin fröhlich wehendem, freiem, kreativem Geist !